Sayner Hütte
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Die imposante Giesshalle der Sayner Hütte wurde im frühen 19. Jahrhundert nach den Plänen von Karl Ludwig Althans errichtet, und gilt heute als eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Deutschlands. Die Sayner Hütte liegt am Nordwesthang des Sayner Burgberges, am Austritt des Saynbaches aus dem Westerwald in das Bendorfer Becken. Sie bestand zunächst aus einem Hochofen und vier Frischfeuern, später kamen noch ein Hochofen, drei Frischfeuer und ein Kleinhammer hinzu. Erste Produkte der Hütte waren das in den Hochöfen erblasene Roheisen und das in den Hammerwerken bearbeitete Stab- und Brandeisen. Hinzu kam schon früh technischer Eisenguss. Erwähnt sei hier die Lieferung von mehreren tausend Wasserleitungsröhren für den Palast in Trier, das neue Schloss in Koblenz und den Brunnen in Bad Bertrich 1786 sowie von Öfen für das Koblenzer Schloss. In der Verwaltung der Hütte folgten auf Ziller 1777 bis 1790 die Firma Gottlieb Jacobi et Feklée, seit 1790 Hüttenverwalter Lossen. |
| Die Hütte erlebte Anfang der 1790er Jahre ihre Blütezeit und geriet dann in die Wirren der französischen Revolutionskriege. 1802 ging sie mit dem zugehörigen Grubenbesitz an Nassau-Weilburg über, 1804 an das Herzogtum Nassau und schließlich am 1. Juli 1815 an Preußen. Unmittelbar nach der Übernahme erhielt Lossen von der zuständigen preußischen Bergbehörde den Auftrag, schriftlich über die Geschichte und den derzeitigen Zustand der Hütte zu berichten. Diesem sehr ausführlichen Bericht ist zu entnehmen, dass die nassauischen Besitzer in den Jahren seit 1802 nicht gerade fördernd auf die Hütte einwirkten. Sie tätigten keine Investitionen, haben, wie Lossen schreibt, "keinen Kreuzer eingeschossen", aber die Herzoglich Nassauische Generalkasse vereinnahmte von dem in den Jahren 1805 bis 1814 erwirtschafteten Gewinn von insgesamt 97.971 Gulden rund 60.000 Gulden. |
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Hinzu kamen 1820 bis 1824 ein großes Bohrwerk für Geschütze und andere Gegenstände sowie 1828 bis 1830 die große Gießhalle, die ein hervorragendes und frühes Beispiel der Verwendung von Gusseisen für ein industrielles Gebäude darstellt. Die Baugeschichte dieser Gießhalle ist noch nicht abschließend erforscht. Fest steht aber, dass sie in den Jahren 1828 bis 1830 in ihrer späteren Form gebaut wurde und dass Althans sich zu seiner letzten Planung vom Oberbergamt Karl Friedrich Schinkels "Sammlung architektonischer Entwürfe" zusenden ließ. Es entstand eine in ihren tragenden Teilen ganz aus Eisen konstruierte Betriebshalle, die zu den Meisterleistungen des Industriebaus in der Frühindustrialisierung zählt. Die architektonische Gestaltung erinnert an einen Kirchenbau. Die Halle ist eine dreischiffige Basilika mit leicht erhöhtem Mittelschiff. Sie umfasste ursprünglich sechs Joche, wurde 1844 um weitere 4 Joche verlängert, wobei man den Anbau dem ursprünglichen Gebäude völlig anglich. Am östlichen Ende befanden sich der Hochofen, der - am Steilhang liegend - von oben her beschickt werden konnte sowie zwei Flammöfen. Die Halle erhielt Licht und Abzugsmöglichkeit für Rauchgas durch den verglasten Obergaden und einen weiteren Lüftungsaufsatz vor dem Hochofen. |
| Auf Anregung des zuständigen Baubeamten in Berlin, Eytelwein, verlegte Althans die Transportebene; die Transportstraße wurde an den Bindern des Obergaden und der Mittelzone aufgehängt und zusätzlich durch Diagonalstreben verstärkt. Sie war begehbar, durch Treppen mit der Ofengicht und der Gießebene verbunden und endete vor der Fassade in einer Verbindungsbrücke. Die Gussteile konnten durch acht schwenkbare Auslegerkräne an den Rundsäulen in die Seitenschiffe transportiert werden. Den westlichen Abschluss der Halle bildete eine hohe Glaswand mit eisernen Rippen. Sie wurden in den Seitenschiffen zu Spitzbogen, im Mittelschiff zu einer großen Halbsonne geformt. |
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Die Sayner Hütte umfasste im Jahr 1844 insgesamt: zwei Hochöfen, die in diesem Jahr auf Koksbetrieb umgestellt wurden, je vier Flammöfen und Kupolöfen, drei Zylindergebläse, ein vollständiges Bohr-, Dreh- und Schleifwerk sowie verschiedene Nebeneinrichtungen und Wohngebäude. Die Maschinen wurden durch Wasserkraft angetrieben. Die Belegschaft bestand aus vier preußischen Hüttenbeamten und ca. 170 Arbeitern. Baugeschichte |




