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Sayn

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Sayner Hütte

Die Sayner Hütte war in den Jahren1769-70 durch den letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus gegründet worden, der sich im benachbarten Koblenz noch unmittelbar vor der Französischen Revolution eine glänzende Residenz hatte errichten lassen. Das starke Wasser der Sayn betrieb in seinem oberen Lauf bereits seit dem 18. Jh. eine Reihe von Poch- und Hammerwerken. In Zukunft sollten auch in Sayn die Erze aus dem Westerwald, vornehmlich aus Horhausen, verarbeitet werden. Die neue Hütte belieferte schon bald das Rheinland mit Roheisen und einfachen Gusserzeugnissen. Der Hochofen mit einer kleinen Gießhalle war wohl schon 1821 in der Form vollendet, wie ihn die Neujahrsplakette des gleichen Jahres zeigt. Während damit bald eine höhere Eisenproduktion sichergestellt werden konnte, beschäftigte sich Althans ab 1824 mit der Planung einer weiteren, größeren Gießhalle. Sie entstand ab 1828 in der heute noch sichtbaren Form und war bis 1830 fertiggestellt. Die Nachfrage nach Sayner Gusserzeugnissen muss daraufhin so angestiegen sein, dass die Gießhalle bereits 1844 um vier Joche zum Tal hin verlängert wurde.
Um die Kapazität der Hütte zu erhöhen und lange Werkstücke gießen zu können, waren eine neue Hochofenanlage mit technischen Nebenräumen und eine weite Gießhalle zu errichten. Das Gebläse des Ofens wurde über ein noch erhaltenes großes Schaufelrad durch das Wasser des Saynbaches angetrieben. Nach Westen schließt sich in unmittelbarer Verbindung zum Hochofen die gusseiserne Halle über eine Fläche von 24 mal 29m an, eine dreischiffige Basilika von ursprünglich sechs Jochen. Althans hatte sie im Jahre 1844 um weitere 4 Joche auf insgesamt 43,30 m verlängern lassen, wobei Stützen, Binder und Außenhaut vollständig angeglichen wurden. Die verglaste Obergadenzone und ein zusätzlicher Lüftungsaufsatz vor dem Hochofen geben der Halle Licht und boten Abzug für die Rauchgase. Die vorderen 3 Joche sind um ein weiteres Schiff mit abgeschlepptem Dach verbreitert und nahmen zwei Flammöfen und technische Nebenanlagen auf. Sie enden in Flachgiebeln und trugen ehemals zu beiden Seiten des Hauptschiffes hohe Schornsteine.
Kommen wir in das Innere der Halle, so überwältigt die leichte, gusseiserne Binderkonstruktion, die sich über den 6,50 m hohen Hohlsäulen mit dorischen Kapitellen in Längs- und Querrichtung freitragend spannt. Entgegen früheren Annahmen konnte nachgewiesen werden, dass die Säulen von der Hütte selbst, in einer Grube im Boden der späteren Halle stehend, gegossen worden sind. Von Wand zu Wand verlaufen in Querrichtung schlanke Korbbogenbinder und tragen die ausladenden Seitenschiffdächer. Ihre freitragende Mittelzone dient der Verspannung und Aussteifung des statischen Systems. Hierüber erheben sich die hochgestelzten, gotisch anmutenden Binder der Obergadenzone, durch breite Fensterbänder in Querrichtung versteift. Über dem vordersten Joch des Mittelschiffes steigt über eingehängten Fischbauchträgern das bereits genannte Oberlicht als dritte Ebene auf. Durch die gesamte Halle führt in Längsrichtung eine Transportstraße, die an den Bindern des Obergaden und der Mittelzone aufgehängt und zusätzlich durch Diagonalstreben versteift war. Sie war begehbar und durch Treppen mit der Ofengicht und der Gießebene verbunden und endete vor der Fassade in einer Verbindungsbrücke.
Acht schwenkbare Auslegerkräne an den Rundsäulen konnten die Gussteile in die Seitenschiffe transportieren. Große Gussstücke wurden mit Hilfe eines Wagens durch die gesamte Halle gefahren und im vordersten Mitteljoch in den Keller abgesenkt, der sich unter dem Erweiterungsteil der Halle von 1844 hindurchzieht. Er hat durch die Hanglage zu ebener Erde einen kürzlich wieder freigelegten Ausgang sowie zwei breit gelagerte Fenster mit Korbbögen unter den Seitenschiffen. Im Westen endet die Halle in einer hohen Glaswand mit gusseisernen Rippen, die vor den Seitenschiffen zu zartgliedrigen Spitzbögen und im Mittelschiff zu einer großen Halbsonne geformt sind. Das Hauptfeld weist eine rasterartige Gliederung aus waagerechten und senkrechten Sprossen auf. Die Seitenschiffe sind ebenso wie der Hochofenbereich nach außen durch massive, im Zuge der Renovierung erneuerte Wände geschlossen und zeigen eine Reihung schlichter Rundbogenfenster.

Tragwerk