Geschichte der Bendorfer Röstöfen
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Den zweiten Aufschwung nahm die Grube unter dem Essener Industriellen Alfred Krupp. Er kaufte unter anderem 1865 die Sayner Hütte und 1875 die Grube Vierwinden. Er ließ die Grube erweitern, neue Schächte abteufen, ein Grubenhaus mit Förderturm und Fördermaschine und die Röstöfen errichten. Im ersten Halbjahr 1878 ließ Krupp zwei massive Röstöfen aus Bruchstein mit einem feuerfesten Futter bauen. Die Erfahrungen mit solchen steinernen Röstöfen war gut, denn bereits in den Sommermonaten 1878 begannen an der Schachthalde die Bauarbeiten für zwei weitere massive Röstöfen, die im Februar 1879 in Betrieb genommen wurden. |
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Bis zur Fertigstellung dieser Öfen wurde in freistehenden sog. Henschelkesseln auf der unteren Schachthalde geröstet, die Krupp von der Grube Gute Hoffnung übernommen hatte. Bereits nach zwei Monaten Anlaufphase reduzierte sich der Verbrauch des Brennmaterials gegenüber den Henschelkesseln um die Hälfte. Die positiven Erfahrungen im Umgang mit den Röstöfen bestätigten sich auch in den nächsten Jahren. 1883 kam es schließlich zum Bau von zwei weiteren steinernen Röstöfen. |
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Damit standen unterhalb der Schachthalde insgesamt sechs Röstöfen, zwei mit rundem und vier mit quadratischem Querschnitt.Die runden trichterförmigen Öfen fassten 17 cbm Inhalt. Der Geschäftsbericht des Jahres 1883/84 liest sich wie folgt: "In die Röstöfen wurden aufgegeben; 31.674.000 kg Roherz und daraus erzielt 23.902.000 kg Rösterz. Es ergibt sich mithin ein Röstverlust von 24,54 % gegen 24,66 % im Vorjahr oder 0,12 % weniger. Ein Ofen liefert in 24 Stunden11.458 kg Rösterz. Verbraucht wurde an Brennmaterial zusammen 7.342.000 kg = 3,07 % oder pro 1000 kg Roherz 23,18 kg. Bei einem Preis von 12,870 M pro 1000 kg fallen daher auf 1000 kg Roherz 28,25 Pfg. pro 1000 kg Rösterz, 37,7 Pfg. Kohlenkosten." |
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Die Ertragszahlen blieben nicht immer erfolgreich. Krupp zog die Konsequenzen und stellte 1915 den Betrieb ein. Durch diese Entscheidung endete der Bergbau in Bendorf und damit der traditionelle Beruf des Bergmannes. Die Röstöfen erloschen und wurden zum Opfer des Verfalls. Nach erfolgreicher Restaurierung wurden die Röstöfen in einer Feierstunde am 28. August 1998 von Bürgermeister Stuhlträger der Öffentlichkeit übergeben. Bendorf ist damit um eine weitere Touristenattraktion reicher. Zurück Anfang |
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